«Koevolution der Moderne»
Die Berliner Initiative zur gemeinsamen Beantragung von Karl-Marx-Allee (Ost) und Interbau 1957 (West) als Kandidaten des UNESCO-Weltkulturerbe

Vortrag von Dr. Thomas Flierl

Dienstag, 28. Januar 2014, 14.15 Uhr
Universität Paderborn, Gebäude W, Raum 1.101, 33100 Paderborn

An keinem anderen Ort der Welt hat die politische Konfrontation zwischen Ost und West so deutliche Spuren in Architektur und Städtebau hinterlassen wie in Berlin. Die Konkurrenz der beiden konträren Gesellschaftssysteme führte in Berlin bereits vor dem Mauerbau 1961 zu einem einzigartigen Wettstreit in Städtebau und Architektur. Über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren entstanden im ständigen Wechselspiel von Bau und Gegenbau nach Plänen renommierter Architekten einzigartige Stadtensembles ––im Osten an der Karl-Marx-Allee (vormals Stalinallee) und im Westen im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 (Hansaviertel, Corbusierhaus am Olympiastadion, Kongresshalle im Tiergarten, Akademie der Künste). Beiderseits des Brandenburger Tores an der großen Ost-West-Achse gelegen, repräsentieren sie in einmaliger Prägnanz, Dichte und Qualität die beiden seinerzeit international relevanten und durch die jeweiligen Besatzungsmächte geförderten Strömungen von Architektur und Städtebau der Nachkriegszeit.

Koevolution der Moderne